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Ziele


Der Tiefsee-Bergbau umfasst alle Technologien für die umweltfreundliche Exploration, den Abbau und die Förderung sowie Aufbereitung von marinen mineralischen Rohstoffen (MMR). Deutschland ist als Industrieland in hohem Maße von Importen wichtiger Metallrohstoffe abhängig. Eine bisher nicht erschlossene Quelle stellen die MMR dar, für die sich weltweit ein steigendes Interesse zeigt und die mittelfristig einen maßgeblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit bei Metallrohstoffen leisten können.

Unter dem Aspekt der wirtschaftlichen Verwertbarkeit und der langfristigen Sicherung des Zugangs zu Metallrohstoffen sind vor allem Vorkommen von Manganknollen, kobaltreichen Manganerzkrusten, Massivsulfiden und Phosphoritknollen von großem Interesse.

manganese nodule

GMT; © Hydromod-Service GmbH

Deutschland verfügt seit 2006 über eine Explorationslizenz für Manganknollen im Pazifik. 2015 wurde Deutschland von der Internationalen Meeresbodenbehörde (IMB) eine zweite Explorationslizenz für Massivsulfide im Indischen Ozean verliehen. Mit Unterstützung des NMMT der Bundesregierung konnte in den vergangenen Jahren eine Positionierung des Tiefseebergbaus in der Politik und Gesellschaft erreicht und in verschiedenen Veranstaltungen manifestiert werden.

Das Ziel eines umweltfreundlichen Tiefseebergbaus soll in Deutschland weiter vorangetrieben werden. Hierfür sind die beteiligten Bundesressorts aufgefordert, zusammen mit interessierten Unternehmen und Forschungseinrichtungen, unter Begleitung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) eine mit der IMB abgestimmte umweltverträgliche Technologiedemonstration, die gegebenenfalls auch im europäischen Kontext stattfinden kann, unter Berücksichtigung der gesamten Prozesskette vorzubereiten unddurchzuführen.

Deutschland kann es damit gelingen, als Vorreiter hohe Standards für einen umweltverträglichen Tiefseebergbau zu setzen. Deutsche Unternehmen spielen auf diesem sich weltweit sehr dynamisch entwickelnden Markt für MMR bisher nur eine relativ geringe Rolle. Wichtige Bergbauunternehmen als potenzielle Endkunden befinden sich nur außerhalb Deutschlands.

Innovative Lösungen in den Schlüsselbereichen Bohr‑, Förder‑ und Unterwassertechnik sind vorhanden. Synergieeffekte lassen sich durch die Nutzung verwandter Technologien aus Bergbautechnik, Bohr- und Tunnelvortriebstechnik, Pumpentechnik sowie Steuerung und Regelungstechnik erzielen. Deutsche Unternehmen und Institutionen bieten erprobte Erkundungstechnologien und Dienstleistungen an. Zudem verfügt Deutschland über leistungsfähige und innovative Werften und maritime Zulieferer im Spezialschiffbau.
Technologische Herausforderungen für eine zukünftige Kommerzialisierung des Abbaus von MMR sind die Erhöhung der wirtschaftlichen Effizienz, die Optimierung der Umweltverträglichkeit, die Energieversorgung, die Entwicklung von intelligenten Systemen für weitgehend autonome Produktionsabläufe und die chemisch-metallurgische Aufbereitung.

Von den beteiligten Verbänden wurden aktuell für den Tiefseebergbau verschiedene Aktivitäten realisiert. Dazu zählen z.B. die GMT-Arbeitsgruppe MMR, der sektorübergreifende VDMA-Arbeitskreis Meeresbergbau/VDMA-Forschungsvereinigung Bergbau und die VDMA-Aktivitäten auf BDI-Ebene.

Mit Unterstützung des NMMT wurde im April 2014 der Verein "DeepSea Mining Alliance" gegründet, der als gemeinsame Plattform der Industrie vor allem eine abgestimmte Interessenvertretung gegenüber Politik, Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen soll.

Wesentliche Ziele der DeepSea Mining Alliance sind:

  • Forcierung der Entwicklung von Tiefseebergbau-Projekten in Deutschland und international
  • Unterstützung von Innovations- sowie FuE-Projekten
  • Enge Zusammenarbeit mit führenden Forschungsinstituten unter besonderer Berücksichtigung aller umweltrelevanten Aspekte
  • Erstellung einer „Strategie-Roadmap“ mit dem vorläufigen Zielpunkt der Durchführung eines „Pilot Mining Tests“.